Roadtrip durch die Highlands

Malerische Landschaften, saftig grüne Berge, kristallklares Wasser, atemberaubende Aussichten, unberechenbares Wetter und Schafe soweit das Auge reicht. Egal mit wem man über Schottland spricht, wer einmal dort war kommt absolut begeistert zurück.

 

In nur 8 Tagen (inklusive An- und Abreise) scheint es kaum möglich dieser Vielfalt, die Schottland bietet, auch nur im Ansatz gerecht zu werden. Aber wir wollen möglichst viel von Schottland sehen und fahren deshalb 1000 Meilen quer durch die Highlands von Süd nach Nord, von West nach Ost. Gerade in den Highlands und an der Küste kommen wir an unzähligen malerischen Kulissen vorbei, die mich immer wieder zwingen anzuhalten und Fotos zu machen. Das kann alles nicht echt sein! Irgendwer mit einer Menge guten Geschmack muss das hier alles konstruiert haben....

Vom Flughafen in Edinburgh starten wir unsere Reise zum Loch Lomond wo wir am ruhigen Ostufer die erste Nacht verbringen. Ein gemütlicher Abendspaziergang und der Sonnenaufgang am frühen Morgen lassen uns ein paar erste Eindrücke von diesem Land gewinnen. Es ist wundervoll. Ein bisschen wie im Urwald. Alles voller Farn und moosbewachsenen Bäumen. Dazwischen ein paar Schafe die friedlich auf der Wiese stehen. So kann der Urlaub beginnen.

Wir verlassen den Loch Lomond über die A82 entlang der Westküste und fahren über Tyndrum in Richtung Glencoe. Eine absolute Panoramastrecke, die uns aus dem Staunen nicht mehr rauskommen lässt. Die Berge und Täler sind einfach wunderschön! Das Wetter zeigt sich von seiner absolut besten Seite und vom vorhergesagten schottischen Regen ist weit und breit keine Sicht. Sich von Wetterberichten die Laune vermiesen lassen ist in Schottland eben keine Option. Es kommt wie es kommt.

 

Wir können uns hier in den Highlands garnicht satt sehen und halten immer wieder an um ein kleines Stückchen auf den nächsten Hügel zu laufen, Fotos zu machen und uns immer wieder zu freuen, was für ein Glück wir mit dem Wetter haben. Wegen der vielen Pausen erreichen wir unser heutiges Ziel erst am frühen Abend. Über die geschwungene Brücke gehts hinüber auf die Isle of Skye. Die sagenumwobene Insel des Nebels, die ihren Namen ganz gewiss nicht zu Unrecht trägt. Heute Abend verdient sie allerdings glücklicherweise eher den Namen "Insel der Sonne".


Die folgenden zwei Tage nutzen wir zum Wandern und kommen aus dem Staunen garnicht mehr raus. Wir sitzen oben auf Bergspitzen und schauen in die Ferne. Während uns noch die Sonne ins Gesicht scheint sehen wir in der Ferne bereits dicke Wolken in den Bergen hängen. Trotzdem bleiben wir weiterhin größtenteils von Niederschlägen verschont.

Ich habe noch nie so viel abwechslungsreiche, einmalig schöne Landschaften auf so einem kleinen Fleck gesehen. Und das bezieht sich nicht nur auf die bekannten Orte wie Quiraing, Neist Point, Old man of Storr oder den Fairy Pools. Die gesamte Landschaft der Isle of Skye ist einfach atemberaubend, sodass wir auf den schmalen Straßen die Haltebuchten für entgegenkommenden Verkehr für den einen oder anderen Fotostop missbrauchen müssen. 

In den vergangen Tagen haben wir über die Menschen mit Mückennetz über dem Kopf gelacht. Die sollen sich mal nicht so anstellen. So schlimm sind die paar Mücken doch garnicht. Am heutigen Abend dürfen wir am eigenen Körper spüren, dass die Mücken hier gewaltig was drauf haben. Nun wünschen wir uns sehnlich ein hässliches Netz über dem Kopf! Im Zelt ist es zum Glück kein größeres Problem und wir können ruhig schlafen.

Allein auf der Isle of Skye könnte man ganz problemlos eine oder zwei Wochen verweilen. Jeden Tag eine Runde wandern, wandern, einen Tee trinken und genießen. Allerdings ist die Hälfte unser Reisezeit nun bereits vorbei und wir verlassen die Insel um weiter in Richtung Ullapool zu fahren. Leider hat uns der Sonnenschein mittlerweile verlassen und wir dürfen auch mal kennenlernen wie Schottland im Regen und Nebel aussieht. Der Sonnenschein hat mir deutlich besser gefallen.

Die Straße die uns nach Ullapool führt ist trotzdem absolut sehenswert. Wir entscheiden uns gegen den kurzen direkten Weg und nehmen stattdessen ab Achnasheen die A832 die uns über den Loch Maree bis an die Atlantikküste führt. Hier fahren wir weiter durch tiefe Täler bis zu sandigen Stränden am Meer. Nach einem Tee im Hafen von Ullapool geht es noch weiter bis nach Inverness an der Ostküste. Hier lassen wir den Abend in einem Pub bei Livemusik ausklingen. 

Der nächste Tag beginnt mit Regen, viel Regen. Nun wissen wir, was der Platzwart an unserem ersten Campingplatz meinte als er sagte: "In Schottland spricht man erst von Regen wenn das Wasser vom Boden wieder mindestens einen Meter hochspritzt". Die Straßen haben sich mittlerweile in kleine Seenlandschaften verwandelt. Wir beschließen Loch Ness noch einen kleinen Besuch abzustatten und dann weiter in Richtung Edinburgh zu fahren um den letzten Tag in der Stadt zu verbringen. Loch Ness verlassen wir allerdings auch wieder recht zügig, da sich selbst Nessie bei diesem Wetter einfach nicht blicken lässt. Da es immer weiter regnet nutzen wir den Tag um uns die Whisky-Destillerie Glenfarclas anzuschauen. Definitiv eine gute Idee.


Abends kommen wir schließlich auf dem Campingplatz in Edinburgh an und freuen uns riesig, dass auf der Campingwiese ein überdachter Bereich zum Kochen und Essen zur Verfügung gestellt wird. Da die Zelte noch von der vergangenen Nacht nass sind, macht das Wetter ihnen jetzt auch nichts mehr aus. Großes Lob an die Firma, wir bleiben auch in dieser Nacht trocken.

Am nächsten Morgen sieht es wieder ganz anders aus. Die Sonne scheint! Beste Vorraussetzungen für einen Besuch im Botanischen Garten und der Innenstadt von Edinburgh. Die vielen alten Gebäude machen Edinburgh zur schönsten schottischen Stadt die wir auf unserer Reise gesehen haben. Allerdings auch zur Touristenhochburg. 

Den Abend verbringen wir, nach einer guten Portion Haggis im Pub, auf Arthur's Seat. Von hier oben hat man Abends einen wundervollen Blick auf die ganze Stadt, die im Licht der untergehenden Sonne liegt. Der perfekte Ort für ein Picknick.

8 wunderbare Tage sind vergangen und ich bin total begeistert von der unglaublich vielfältigen Landschaft. 8 Tage sind beim besten willen nicht genug um zu wandern, zu staunen und zu genießen. Das war garantiert nicht das letzte mal, dass ich dieses tolle Land besucht habe.