Auf auf und davon!

Nach einem harten September voller Arbeit und Prüfungsstress ist jetzt endlich nochmal etwas Zeit für Erholung, Abenteuer und die Erkundung neuer Welten gekommen! Da das nächste Semester bald wieder anfängt stehen uns nur gute zwei Wochen zur Verfügung. Neben dem Hauptziel Kroatien steht auch noch das eine oder andere Land auf dem Plan, schließlich gehört auch die An- und Abreise zum Urlaub dazu. Ich bin gespannt wohin uns unser Weg letztendlich führt. Wir lassen uns vom Sonnenschein leiten. 

In Salzburg war von diesem Sonnenschein noch nicht allzu viel zu erkennen. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen auf der Suche nach einem guten Frühstück ein wenig die Stadt zu erkunden. 
In Slovenien sollte sich die Wetterlage schlagartig ändern. Der Bleder See zeigte sich von seiner schönsten Seite. Im herbstlichen Sonnenlicht wirkten die kleine Insel, die Burg oberhalb des Sees unddie Berge im Hintergrund einfach bezaubernd. Das ist eindeutig ein Ort der zum Verweilen einläd. Abseits des Tourismus sind allerdings auch kleinere Orte wie Radovlijca und Trzič absolut Sehenswert. 
In Trzič wurde mal wieder deutlich wie klein die Welt ist. Nachdem wir uns von einem Kontrolleur die slovenischen Parkverbotsschilder erklären ließen kam er uns nochmal hinterher und fragte ob wir wirklich aus Aachen sind. Es stellte sich heraus, dass er Famile ganz in der Nähe hat. Schön, dass hier jeder mit uns mehr oder weniger fließend deutsch spricht und wir kein einziges Wort slovenisch herausbringen können. Eine Schande!
Gerade Nachts macht uns das Wetter immer wieder klar, dass es doch so langsam Winter wird. Die Temperaturen fallen bis um den Gefrierpunkt, sodass wir schnell weiter Richtung Süden aufbrechen. 
Unseren letzten Zwischenstopp in Slovenien machen wir in Ljubljana wo wir nach gefühlt stundenlanger Parkplatzsuche direkt bei der deutschen Botschaft fündig werden. Unser Weg führt uns durch die Altstadt hinauf zur Burg. Die unzähligen kleinen Cafés entlang der Ljubljanica wirken sehr einladend und verführen dazu länger zu verweilen, wir wollen aber heute noch das Meer sehen und machen uns schnell wieder auf den Weg. 

Und da ist es endlich! Das Meer! Unmittelbar hinter der kroatischen Grenze auf dem Weg Richtung Rijeka liegt es ganz plötzlich vor uns. Wir fahren an diesem Abend noch bis Senj, wo wir zur Feier des Tages nicht selber kochen wollen. Das die "Platte für zwei" eher eine Platte für fünf ist, hätte der Kellner uns ruhig vorher verraten können, dann hätten wir uns noch ein bisschen Gesellschaft gesucht. Die Einladung, sich Besteck zu holen und sich dazu zu setzen lehnte er lachend ab, also mussten wir uns selber durchschlagen. 

Am folgenden Morgen machten wir uns immernoch pappsatt auf den Weg zur Fähre um zur Insel Rab überzusetzen. Unserer Wetterapp zufolge sollte es hier am schönsten sein, sodass wir hier die nächsten Tage verbringen werden. 

Raab hat eine wirklich wundervolle Altstadt die jetzt in der Nebensaison auch nicht allzusehr von Touristen geflutet ist. Unser Auto steht auf einem fast leeren Campingplatz direkt am Meer sodass ich zum schwimmen eigentlich nur 3 Schritte laufen muss. Das nenne ich mal Strandurlaub. Das ewige Wellenrauschen und die Abenteuerlust führen uns dann aber nach einigen Tagen doch dazu aufzubrechen und Neues zu entdecken. Aufgrund der Wetterlage fahren wir nicht wie geplant in Richtung Dubrovnik sondern kämpfen uns durch Wind und Schnee über den Velebit bis hin zu den Plitwitzer Seen. Ja, richtig... Schnee in Kroatien. Damit hatten wir auch nicht gerechnet. Man sollte demnächst also doch die Schneeketten für den Sommerurlaub einpacken.

Morgens war ich noch eine kleine Runde schwimmen, Nachmittags kamen wir dann bei eisigen 2°C an den Plitwitzer Seen an. Nach langer Campingplatz-Suche (teuer, teuer, teuer) entschieden wir uns für den "Bear-Camp". Auf meine Frage ob wir so spät noch einchecken können erwiderte uns der Besitzer nur, dass wir den Check-In irgendwann machen. Jetzt sollen wir erstmal zu ihm an den warmen Brennofen kommen und einen Schnaps trinken. So kam es, dass der Abend damit endete, dass wir in gemütlicher Runde mit netten Deutschen und Kroaten zusammensaßen, Schnaps brannten und entschlossen am kommenden Tag kroatisch zu kochen und erst am übernächsten Tag über die Holzstege der Plitwitzer Seen zu laufen. 

Das klare, grün-blaue Wasser der Seen und das herbstliche Gewand der Bäume und Sträucher ist einfach eine unglaubliche Kombination. Mir fällt es immer schwer die Kamera auch mal ruhen zu lassen. Hier war das fast unmöglich. Ein See sah schöner aus als der andere. Wirklich eine einmalige Erfahrung. Trotz dieser Schönheit springen wir nach nur 3 Tagen in den Bergen schnell wieder ins Auto. Die Temperaturen am Meer haben uns doch deutlich besser gefallen.

Wir machen uns auf den Weg nach Pula wo wir uns wieder ein bisschen Strandwetter erhoffen.

Keine Sorge, wir haben uns nicht verfahren... Dies ist nicht das Riesen-Colloseum einer italienischen Großstadt, sondern nur das sechstgrößte Bauwerk dieser Art. Insgesamt merkt man der Stadt Pula aber sehr stark an, dass wir Italien immer näher kommen. Wir sind mittlerweile auf die grandiose Idee gekommen, dass man ja über Venedig zurückfahren könnte. Mit diesem Hintergedanken schauen wir uns jetzt noch zügig die Städte Vodnjan, Bale und Rovinji an, um dann eine Nacht in Slovenien zu übernachten und bis nach Venedig zu fahren. Die drei Städtchen gefallen uns überaus gut, und auch das Wetter lädt wieder dazu ein in T-Shirt und kurzer Hose durch die Gassen zu laufen.

Gegen 15 Uhr erreichen wir Punta Sabbioni, die Spitze einer Landzunge direkt gegenüber von Venedig. Durch ein Pärchen auf dem dem Campingplatz in Slovenien haben wir erfahren, dass man hier für venezianische Verhältnisse zumindest einigermaßen günstig stehen kann. Wir machen uns auf den Weg zur nächsten Vaporetto-Station und stehen vor einer großen Nebelwand. Da hinten, irgendwo da muss Venedig sein...

Venedig ist eine der Städte, die wohl keine touristische Nebensaison miterlebt. die kleinen Gassen und der Markus Platz empfingen uns mit einem regen Treiben. Trotzdem wirkt Venedig immer wieder magisch auf mich. Im tiefen neben Versunken hat die Stadt nochmal einen ganz besonderen Charme. Sobald ich zu Hause bin muss ich unbedingt nochmal den Herr der Diebe von Cornelia Funke lesen.

Leider neigt sich unser Urlaub an dieser Stelle so langsam dem Ende zu. Wir machen uns über den Brenner auf den Weg zurück nach Deutschland und gönnen uns nach einer Nacht auf einem kleinen aber doch relativ lebendigen Mitfahrerparkplatz ein Burger-Frühstück in einem kleinen gemütlichen Restaurant in München. Eigentlich wollten wir hier noch ein-zwei Tage bleiben, leider ist jedoch kein Regenende in Sicht sodass wir noch am selben Nachmittag Richtung Heimat aufbrechen.